Mama wird jeden morgen vom bezaubernsten Lächeln der Welt geweckt. Mäuschen geht abends so um 19 Uhr ins Bett und schläft dann mit diversen Stillunterbrechungen bis 7 oder 8 Uhr. Dann wird erstmal gekuschelt und gestillt.
Wir hatten heute viel vor. Erst war der 3. Termin vom ersten Impfzyklus angesagt und danach das erste Mal Pekip.
Wie immer ging Singlemom bepackt bis oben hin zum Auto. O-Ton Hausmeister: Verreisen Sie? Naja, man braucht halt so einiges. Ein Kind samt Kindersitz und eine Wickeltasche sind das mindeste. Dann noch diverse Decken für den Kinderwagen und Mullwindeln kann man sowieso nie zuviel haben. Eine Jacke für Mama und für mal kurz in den Laden ohne Kindersitz am besten auch noch den Beco Carrier mitnehmen, man will ja für alles gerüstet sein.
Dann ging’s erstmal zum Impfen. Kind schrie gleich los, als ich sie zum Wiegen auszog. Was sonst gar nicht ihre Art ist. Hatte schon eher die Befürchtung, eine kleine Exhibitionistin heranzuziehen. Abends vorm ins Bett gehen darf sie seit ein paar Tagen so 30-45 min nackt strampeln, was ihr anscheinend ziemlich gut gefällt, denn das Anziehen danach wird immer von lautstarkem Protest begleitet. Sie wiegt jetzt 6400 g und ist 64 cm, hat damit gut zugenommen. Die Waage werde ich wieder zurückgeben. Wie bereits bei der ersten Impfung, liess sich Schätzchen gut beruhigen und war, als wir beim Auto ankamen, bereits eingeschlafen.
Dann ging’s weiter zu Pekip. Ähm, irgendwie kam ich mir da als Exot vor, da sowohl meine Tochter als auch ich ganz normale Namen haben. Die anderen Kinder hiessen Malana, Lanella, Rigan oder irgendwie so. Nur ein Junge hiess Till. Muss ein Versehen gewesen sein. Ein Frühchen, eigentlich noch gar nicht geboren, aber schon 6 Wochen alt. Kam so 10 Wochen zu früh und sieht ganz faltig aus, aber war erstaunlich gut drauf.
Der Raum war eine Sauna und die Mütter haben ihren Kindern beim Pinkeln zugeschaut (ja, ich auch). Hatte mir das ein bisschen anders vorgestellt. Nicht unbedingt das man mit den Kindern mehr macht, sondern eher mehr Input von der Leiterin über die einzelnen Entwicklungsschritte und wie man seine Kinder „Pekip-gerecht“ aufwachsen lässt. Zum Beispiel soll man sie ja nicht hinsetzen (auch nicht angelehnt bzw. abgestützt), auch wenn es die Kinder gerne haben. Das sollte man erst, wenn sie das auch von alleine können. Das habe ich jedoch aus einem Buch. Na mal schaun, wie es nächste Woche aussieht.
Dann war’s höchste Zeit für mein Frühstück. Und danach ging’s weiter zum Einkaufen. Kleidung für die Taufe und auch nochmal nach Deko schaun. Wenn die ganze Verwandtschaft kommt, soll’s doch nett aussehen. Wir feiern Mitte Oktober bei meinen Eltern, da ist mehr Platz. Da die Verwandschaft aus allen Ecken von Deutschland kommt, kommen manche schon am Freitag. Samstag abend gibts dann Buffet und am Sonntag nach der Taufe nochmal Brunch, damit auch keiner hungrig nach Hause gehen muss. Ist also eher ein Taufwochenende und mein Vater droht mit Auswanderung.
Obwohl ich entsetzliche 15 kg mehr wiege, als vor Beginn der Kiwu-Behandlung, hab ich relativ schnell was zum Anziehen gefunden, juhu! Trotzdem hab ich mir schon vor ein paar Tagen vorgenommen, dass es so nicht weitergeht. Ich hab’s doch tatsächlich geschafft trotz vollstillens 2 kg zuzunehmen!!! Von den 15 kg sind 9 noch von der Schwangerschaft übrig geblieben, wovon gefühlte 5 kg gerade der Milchproduktion dienen. Aber wie auch immer, jetzt ist Schluss mit lustig.
Dann ging’s weiter zum Nähmaschine abholen. Das gute Stück habe ich aus der Versenkung geholt, weil ich eine weitere Schnapsidee habe – muss an den Hormonen liegen. Und zwar möchte ich ein Taufkleid nähen. Nur gut, dass ich gar nicht nähen kann… Nun sollte das ganze natürlich nicht nur ein einfaches Taufkleid werden, sondern bitte schön auch noch ein Familientaufkleid. D.h. es sollte Grössen 56-74 passen und sowohl für Jungs als auch für Mädels geeignet sein. Die Namen der Täuflinge werden dann jeweils eingestickt. Auch nach langer Suche hab ich keinen Schnitt dafür gefunden und werd jetzt irgendwas aus einer Kittelschürze und einem normalen Taufkleid zusammenbasteln. Hab dann noch einen billigen Stoff für ein Probemodell gekauft. Wenn’s nix wird, kann ich immer noch kurzfristig was weisses kaufen…
Dann wars aber langsam auch mal gut, ich hatte keine Lust mehr und Schätzchen auch nicht.
Zuhause angekommen erst mal in Ruhe gestillt (geht zwar in C&A-Umkleidekabinen auch ganz gut, aber ist halt doch nicht das) und gespielt. Dann Auto ausgeladen, gegessen und vor allem auch getrunken – die drei Liter müssen ja irgendwie rein. Mäuschen hat ein bisschen geschlafen. Dann war schon Zeit für’s nacktstrampeln, baden, stillen, Lied singen und ins Bett (versuchsweise seit ein paar Tagen gleich im „Familienbett“ statt im Kinderbett, da sie in letzter Zeit immer so 30-45 min nach dem Einschlafen wieder aufgewacht ist, weil sie beim Rumturnen im Schlaf ans Gitter gestossen ist – hoffe, sie wird keine Schlafwandlerin).
Mama darf noch ein bisschen surfen und geht so gegen 22 Uhr ins Bett (zumindest angestrebt, wird aber meistens später). So praktisch ein Familienbett zum Stillen ist, so unpraktisch ist es, wenn man im Bett noch lesen will. Habe die Lampe schon ziemlich abgedunkelt, aber trotzdem den Eindruck, das Mäuschen vom Licht gestört wird. Da muss ich mir noch was einfallen lassen.
In den nächsten Tagen ist erstmal Ruhe angesagt, damit Mäuschen sich wieder erholen kann. Maximal ein bisschen spazieren gehen. Im Kinderwagen oder im Beco.
Warum ich das alles schreibe? Keine Ahnung – bin mir selbst unheimlich. Schiebe es mal auf zuviel Schreibperlen (Sprechperlen gibt’s ja schliesslich auch)…